Australian Diary

Unser australisches Tagebuch

Sunday
28/10/2007

by Erik

Dies und Das

Hier noch ein kleiner Nachtrag zur letzten Woche und dem Wochenende:

Das Wetter wird zunehmend warm (bis 30 Grad) und schwuehl - ich komme schon wieder morgens um 6:30 Uhr verschwitzt an der S-Bahn an.

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Am Mittwoch war Mayi wieder mit Clara und Malena bei der Playgroup in Underwood. Die Kidz hatten viel Spass beim spielen mit dem Fallschirmtuch.

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Am Freitag ist mein Kollege Gereon aus dem Muenchner Buero hier angekommen (ist fuer eine Woche hier). Nachdem wir am Sammstag erst einmal auf Baustellen-Besichtigungs-Tour waren, haben wir ihn am Sonntag mit zu den Tambourine Mountains genommen. Clara wollte ihn danach gar nicht wieder hergeben…

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Blick von den Tambourine Mountains nach Surfers Paradise (Klick aufs Bild fuer volle Groesse…) :

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Sunday
21/10/2007

by Erik

Bunya Mountains

Nachdem es bei mir arbeitsmaessig endlich mal ein wenig ruhiger geworden ist, habe ich mir diesen Freitag frei genommen und wir haben uns mit Zelt, Schlafsaecken und Kocher in den Kurzurlaub in die Bunya Mountains aufgemacht. Das sind von uns aus gut 3 Stunden Fahrt ins Landesinnere - mit Spielplatz- und Essenspausen noch mal ein Stueckchen laenger. Auf dem Hinweg sind wir ueber Toowoomba gefahren und so konnten wir dann doch noch die Tomatenmarmelade kaufen, die mich schon das letzte mal so angelacht hat (Degustierung steht noch aus…). Die Strassen in den Park sind z.T. nicht asphaltiert und man begegnet oft lange Zeit keinem anderen Auto. Die Bunya Mountains sind ca. 1200 m hoch und fuer den gleichnamigen Baum bekannt.
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Wir schlagen unser Zelt in Dandabah Camp Ground auf und freuen uns ueber die zahlreichen Walabys (kleine Kangugu Art).

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Auch die Papageien und Laughing Kookaburras (heissen bei uns intern “Spassvoegel”, weil sie in der Daemmerung laut lachen) sind nett anzuschauen.

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Nach einer kleinen Erkundungstour schmeissen wir unseren Propangas-Kocher an, waermen uns zwei Dosen Baked Beans und Toast auf und gehen sehr zeitig zu Bett bzw. in den Schlafsack. Die Nacht ist etwas unruhig, da sich erst Malena nicht an den Schlafsack gewoehnen kann und auch in der Nacht 2-3 mal aus vollem Halse schreit und auch Clara faellt mitten in der Nacht ein, dass sie ja eigentlich vor dem Einschlafen noch Pocoyo auf unserem iPod hatte sehen wollen…
Es ist zwar ein wenig frisch, aber bei Weitem nicht so kalt wie bei unserem letzten Camping-Trip.

Am naechsten Morgen wollen wir draussen fruehstuecken und beginnen unsere Fruehstueckssachen aus dem Zelt zu dem Essensplatz des Campingplatzes zu bringen. Waehrend wir noch munter dabei sind die Sachen Stueck fuer Stueck rauszutragen machen sich die Voegel bereits ueber unser noch verpacktes Toastbrot her. Schnell ist die Tuete aufgepickt und wir koennen gerade noch verhindern, dass uns der Toast ganz stibitzt wird. Das gesammte Fruehstueck ist ein munterer Wechsel zwischen Essen und Voegel vertreiben. Sogar ein Truthan hat es auf unsere Kruemel abgesehen.
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Waehrend wir so tapfer unsere Vorraete verteidigen schluepfen die Voegel einfach in unser Vorzelt und klauen unsere Muessliriegel (Mayi sieht sie gerade noch damit davon fliegen). Daraufhin landen alle unsere Vorraete im fest verschlossenen Auto.

Danach machen wir uns auf den Weg zum Panoramic View Walk, der gleich bei unserem Campingplatz startet und ueber 4 Kilometer durch Regenwald, vorbei an diversen Billabongs (kleine Wasserloecher) und Aussichtspunkten zu mehreren (leider weitgehend ausgetrockneten) Wasserfaellen. Clara ist ganz fleissig und laeuft den Grossteil der Strecke ganz alleine (Malena darf in der Kraxe sitzen). Meiner Meinung nach einer der schoensten Wanderungen die wir bisher in Australien gemacht haben.

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Die Farne werden hier mehrere Meter hoch!

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Am Nachmittag fahren wir noch mit dem Auto durch den Rest des Parks (von der Strasse aus allerdings nicht sonderlich viel Neues - dazu muss man einen der zahlreichen Trails gehen) und die Kinder spielen mit den Kindern unseres Zeltplatznachbarns.

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Fuer den Abend haben wir uns einen Platz im einzigen Restaurant des Ortes reserviert. Wie sich herausstellt war das genau die richtige Entscheidung, da das Essen wirklich hervorragend ist (das beste was wir bisher in Australien in einem Restaurant bekommen haben! - zugegeben: so oft waren wir noch nicht richtig Essen…). Waehrend wir noch auf die Vorspeisen warten meint Mayi dass sie etwas am Bein juckt und sie mal auf Toilette geht um zu gucken. Ich sage ihr noch, sie soll nicht so ein Hypochonder sein…

Keine 2 Minuten spaeter kommt sie kreidebleich zurueck und sagt mir, dass eine riesen Zecke in ihrem Bein festsitzt und ich sofort mitkommen muss um ihr zu helfen. Ich habe gerade noch Zeit Clara zu sagen, dass sie auf Malena aufpassen soll (was sie sehr gut macht! - grosse Schwestern sind schon was tolles…). Ohne Pinzette bekomme ich das Vieh allerdings nicht raus (ist wirklich eine unglaublich grosse Zecken-Gattung; die sind schon vor dem Saugen so gross wie andere am Ende…). Waehrend ich ratlos zum Tisch zurueckkehre bekommt Mayi Hilfe von unserem Kellner. Die haben Desinfektionsspray und Pinzette gleich unter der Theke (kommt wohl oefter vor…). Einmal schnell gesprueht und dann gezogen und schon hat der die Zecke draussen. Mayi sag, dass es danach wahnsinnig brennt und ich ueberzeuge sie, den Schmerz mit einem Glas Wein zu bekaempfen, was auch recht gut funktioniert.

Damit ist die Zecken-Geschichte jedoch noch nicht zu Ende: mitten in der Nacht wacht Mayi auf, und spuert etwas am Ruecken. Also weckt sie mich und tatsaechlich: da hat sich noch so ein kleines Monster in sie reingebohrt. Also hole ich unser Desinfektionsspray und Pinzette aus dem Auto und mache mich ans Werk. Gar nicht so einfach! Aber schliesslich schaffe ich es die Zecke an einem Stueck herauszuziehen.

Am nachsten Morgen wird im Zelt gefruehstueckt (diesmal ohne Voegel) und dann machen wir uns nach dem Zeltabbauen auf den Rueckweg. Diesmal durch die Darling Downs - eine Gegend die uns auch sehr gut gefaellt. Mittagspause machen wir an einem kleinen Rastplatz (wie immer in Australien mit Spielplatz unter Sonnenschutzsegel).

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Zu guter letzt machen wir noch einen kleinen Abstecher nach Redcliff ans Meer (allerdings kein Badestrand) und kommen muede, aber zufrieden zu Hause an.

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Sunday
14/10/2007

by Erik

Minnippi Parklands

Heute wollten wir mal wieder eine kleine Radtour unternehmen. Also das “bike rack” ans Auto geschnallt, Raeder aufgeladen und los gehts zum Capalaba Regional Park. Laut Radlkarte der Stadt Brisbane soll es da einen Radweg geben. Gefunden haben wir allerdings nur ein Shopping Center und einen leicht verwahrlosten Sportplatz. Also ein schnelle Blick in die Karte und schon ist das Ersatz-Ziel auserkohren: Die Minnippi Parklands (ca. 3 km entfernt). Der Radweg fuehr durch eine nette Flusslandschaft und zu einem kleinen (leider ob der Trockenheit halb ausgetrockneten) See mit Pelikanen. Dort finden wir auch einen schoenen Spielplatz fuer die Kids mit Flugzeug und Tower inklusive.

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Auf dem Rueckweg sehen wir dann noch ein paar Kakadus:

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Auch wenn die “Tour” wahrscheinlich keine 5 km lang war und es heute wirklich nicht sehr warm war, sind wir danach rechtschaffen muede (die Sonne ist halt doch immer intensiv…) und verzichten auf das Internationale Festival im Roma Street Park, dass wir uns eigentlich fuer den Nachmittag vorgenommen hatten. Statt dessen werkeln wir ein wenig in unserem Garten (Rasen Maehen und die Planzen einsetzen, die wir gestern gekauft haben). Mayi’s Gemuesegarten gedeiht auch praechtig und wir haben bereits zum ersten mal selbstgeernteten Salat gegessen.

Friday
12/10/2007

by Erik

Oktoberfest

Diese Woche fand hier das alljaehrliche Brisbane Oktoberfest statt (laut Website das groesste in der suedlichen Hemisphaere - aber mit Superlativen sind die hier schnell…).

Nachdem ich letztes Jahr etwas endtaeuscht war (es geht halt doch nichts ueber das Original!), wollte ich dieses Jahr eigentlich gar nicht hingehen. Dann haben wir uns dort allerdings mit dem Deutschen (Bau-)Ingenieurstammtisch getroffen. Das ist eine Gruppe von (z.Z. ca 30) deutschen Bauingenieuren, die hier arbeiten (vor allem Hochtief und Bilfinger Leute, die fuer Leighton, Thiess, John Holland und Baulderstone taetig sind). War dieses Jahr auf jeden Fall besser als im Jahr zuvor und es war ganz interessant mal Leute von anderen Projekten kennen zu lernen.

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Uebrigens: das Oktoberfest kostet hier Eintritt (dafuer bekommt man einen 1/2 Litter Krug aus Plastik), man kauft sich seine  Biermarken selber (8 $ je 0.5 l, d.h. ca. 9.6 EUR / Mass), es gibt Erdinger und DAB und natuerlich spielt eine bayerische Band…

Thursday
11/10/2007

by Erik

Spider Invasion und Redeemer

Das war vielleicht ein Morgen! - Sitze gerade zum Fruehstueck an meinen Computer und schaue ob ich ueber Nacht Mails aus Europa bekommen habe (leider meistens nicht…) und will meine Tasse zurueck in die Kueche bringen, da sehe ich an der Wand hinter mir eine riesige Spinne. Naja - wirklich Schocken kann einen dass ja nicht mehr (sind ja schleisslich schon seit einem jahr in Australien uns Spinnen gibt es hier reichlich…). Also laufe ich los, hole unser Spinnen Spray und eine Holzlatte zum draufhauen. Man muss nur aufpassen, dass man sobald die Spinne auf den Boden ist schnell genug zuschlaegt, bevor sie sich hinter einem Schrank verkiecht. Klapt auch alles wie am Schnuerchen und in null Koma nichts ist das Tier erlegt. Als ich dann meine Jagtutensilien wieder wegraumen will sehe ich im Wohnzimmer eine noch groessere Spinne. Also duerfen Spray und Holzlatte noch mal an die Arbeit und auch diesmal geht alles gut. Also, Sachen wegraumen, zerquetschte Spinnenkoerper beseitigen und dann geht es nach oben ins Bad. Doch noch bevor ich in unser Bad komme (liegt in/hinter unserem Schlafzimmer) sehe ich eine nochmals Groessere Spinne an unserer Schlafzimmerwand (Mayi und Clara (die sich in der Nacht zu uns rueber geschlichen hat) schlafen noch). Also schnell wieder runter - Spray und Latte holen und Bestie Nummer 3 erledigen. Was fuer ein Morgen!

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Muss vielleicht dazu sagen, dass es die Nacht recht lange geregnet hat (zum Glueck!). Da haben sich die Spinnen wahrscheinlich in unsere Garage (Tor leider nicht ganz dicht und das Anti-Insektenspray verliert bei Regen die Wirkung) verzogen. Von der Garage geht es dann relativ ungehindert in unser Wohnzimmer und den Rest des Hauses.

Ansonsten gibt es auch gute Nachrichten: Wir haben eine Zusage von der Schule bekommen bei der wir Clara fuer das Prep Year anmelden wollten. Es ist das Redeemer Lutheran College in unserem Nachbarort Rochedale. Die ganze Bewerbung war ein ziemliches Heckmeck: Erst hat Mayi Bewerbungsformulare besorgt, dann haben wir einen Termin zur Besichtigung ausgemacht. Als wir dann unser Formular abgeben wollen (110 $ Bearbeitungsgebuehren - keine Garantie, dass man einen Platz bekommt) stellt man fest, dass wir ja nur ein taemporaeres Visa haben. “Foreign Students” zahlen die doppelten Gebueren - fuer die Junior School duerfen sie aber gar keine auslaendischen Studenten aufnehmen. Ich bin geschockt! Wofuer zahle ich denn bitte meine Steuern hier in Australien? Wie haben die Amis seinerzeit in der Unabhaengigkeitserklaehrung so treffend gesagt? “No taxation without representation!” - jawohl! Unnachgiebig wie wir sind wenden wir uns ans Bildungsministerium und bitten um Klaehrung. Die bescheinigen uns dann, dass wir mit unserem 457 Visa in der Schule wie Australier zu behandeln sind. Die Schule freut sich ueber diese Nachricht - so einen Fall hatten sie bisher noch nicht… . Also koennen wir uns jetzt bewerben und bekommen einen Termin beim Direktor zum Vorstellungsgespraech. Der erzaehlt uns viel von der Tradition der Schule (ist von preussischen Lutheranern gegruendet worden - in den hoeheren Klassen gibt es z.T. auch deutschsprachigen Unterricht) und stellt uns jede Menge Fragen. Als wir zugeben muessen, dass wir nach einem Jahr hier in Australien noch keine Beziehung zu eine hiesigen Kirche aufgebaut haben denke ich mir “okay, das war’s jetzt dann…”.
Zum Abschied sagt man uns, dass die Schule sich in “a couple of weeks” entscheiden wird und und Bescheid gibt. Wir warten 3 1/2 Wochen und haben schon alle Hoffnung aufgegeben. Da faehrt Mayi noch mal bei der Schule vorbei um zu fragen, ob es schon etwas Neues gibt. Und siehe da: sie hatten uns schon einen Brief geschrieben (leider mit der falschen Hausnummer (haben meine 57 fuer eine 52 gehalten). Also dann kann es Ende Jannuar (Beginn des Schuljahres nach den Sommerferien) losgehen!
Naechster Schritt wird sein, dass wir uns um einen Kindergartenplatz fuer Malena kuemmern. Es gibt da einen Kindergarten ganz in der Naehe von Claras Schule - hoffentlich klappt das…

Sunday
07/10/2007

by Erik

Mount Cotton Rainforest Gardens

Nach unserem Tagesausflug gestern habe wir fuer heute eigentlich nicht all zu viel geplant. Wir wollen nur schnell einen kurzen Abstecher zu den Rainforest Gardens am Mount Cotton (ca. 30 Minuten von hier) machen (hatte Mayi neulich in der Zeitung gefunden). Dabei haben wir zwischen dem Tingalpa See und dem Mount Cotton eine wunderschoene Landschaft gefunden, die uns ein ganzes Jahr lang bisher entgangen war.

Die Rainforest Gardens selber sind eigentlich ein privat angelegter Garten und koesten 5 $ Eintritt. Die Pflanzen und Blumen gefallen uns sehr gut und wir geniessen die (leider etwas diesige) Aussicht auf die Redland Bay und Strandbroke Island.

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Dieses Foto hat Clara gemacht:

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Saturday
06/10/2007

by Erik

Moreton Island

Heute waren wir von der Arbeit aus auf eine Tagestour nach Moreton Island eingeladen. Also sind wir um 5 Uhr aufgestanden, um rechtzeiteitig um 7 Uhr am Hafen zu sein (mit Kindern kommt man halt doch immer nicht so schnell aus dem Haus….). Nach knapp einer Stunde Ueberfahrt landen wir ab Tangaloma Beach Resort an (wir kennen das ja schon vom Februar). Strahlender Sonnenschein, ein hellweisser Strand und ein recht kraeftiger Wind erwarten uns. Die Kombination aus Wind und Sonne ist ein wenig gefaehrich, das man nicht so recht merkt, wie einen die Sonne brutzelt….

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Die Gruppe verteilt sich auf der Insel rasch - wir haetten etwas mehr “Gruppendynamik” erwartet. Aber gut - dann machen wir uns mit einer russischen Arbeitskollegin, ihrem Mann und deren fast 4 jaehrigen Zwillingen Alexander und Ela an den Strand auf. Die Kinder haben jede Menge Spass beim Baden, Rennen und im Sand Spielen. Um 11 Uhr gibt es gemeinsammes BBQ, danach geht wieder jeder seinen eigenen Aktivitaeten nach (man kann u.a. mit dem Quad durch die Sandduenen fahren, eine Whale Watch Tour buchen, oder auf eine Wuesten Safari gehen).

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Um 4 Uhr geht die Faehre zurueck ans Festland. Auf der Fahrt mit dem Auto vom Hafen nach Hause schlafen die Kinder ein und Clara geht schliesslich sogar ohne Abendessen ins Bett, weil sie zu muede zum Essen ist (dann bleibt der Ess-o-Meter heute halt stehen…).